Karikatur:
Die Waffe des Lachens!
Eine Mini-Enzyklopädie zur Entdeckung der Satirekunst
Überblick: Das 19. Jahrhundert formte die moderne Karikatur durch brillante Köpfe. Unsere Website stellt Töpffer vor, den Pionier des Comics; Grandville, bekannt für seine halb-menschlichen, halb-tierischen Metamorphosen; sowie Cham und Gill, deren karikierte Porträts – mit „großen Köpfen“ auf kleinen Körpern – den Stil der Pariser Satirepresse prägten.
| Karikaturist | Innovation und Satireart | Visuelle Merkmale | Hauptwerk oder Publikation |
|---|---|---|---|
| Rodolphe Töpffer | Erfinder der „Bilderliteratur“ (Comics) | Sequenzieller Humor, Text unter den Panels | Histoire de M. Jabot (Geschichte des Herrn Jabot) |
| J.J. Grandville | Gesellschaftssatire durch Zoomorphismus | Fantastische Halb-Mensch-, Halb-Tier-Metamorphosen | Les Métamorphoses du jour |
| Cham | Chronist des Pariser Lebens, absurder Humor | Lebendige und ausdrucksstarke Skizzen, witzige Bildunterschriften | Le Charivari |
| André Gill | Politische und literarische Karikaturen (Portraits-charges) | Überdimensionierte „große Köpfe“ auf kleinen Körpern | La Lune, L’Éclipse |
Ist Rodolphe Töpffer der wahre Vater des Comics?
Rodolphe Töpffer (1799–1846). Denker, Pädagoge und Zeichner aus Genf, gilt er als Erfinder und erster Theoretiker des Comics (Bande Dessinée). Da ihn eine Augenkrankheit daran hinderte, Maler zu werden, erfand er das, was er „Bilderliteratur“ (littérature en estampes) nannte – ein narratives Format, in dem Bilder allein mehrdeutig sind und Text allein keine Bedeutung trägt.
Wie revolutionierten Grandville, Cham und André Gill die Pressezeichnung?
Grandville (bürgerlicher Name: Jean-Ignace-Isidore Gérard, 1803–1847). Bekannt für seine zoomorphen Zeichnungen (Menschen mit Tierköpfen) und seine traumhaften Welten, war Grandville eine feste Größe in Satirezeitschriften wie La Caricature und Le Charivari. Seine Kunst schöpfte aus der Physiognomik, die Gesichtszüge mit dem individuellen Charakter verknüpft.
Charles-Joseph Traviès (1804–1859). Französischer Karikaturist und Mitarbeiter von La Caricature und Le Charivari, wurde Traviès von Baudelaire für sein Einfühlungsvermögen gegenüber dem einfachen Volk gelobt. Er schuf die Figur „Mayeux“, einen lüsternen und zynischen Buckligen, der zu einem populären Archetyp wurde, um die Sitten der Julimonarchie zu kritisieren.
Cham (bürgerlicher Name: Amédée de Noé, 1818–1879). Als äußerst produktiver Zeichner für die Zeitung Le Charivari porträtierte Cham die Pariser Gesellschaft des Zweiten Kaiserreichs mit einem leichteren und zugänglicheren Humor als Daumier. Er ist vor allem für seine sequenziellen Bildergeschichten bekannt, die den modernen Comic vorwegnahmen.
André Gill (1840–1885). Bürgerlicher Name Louis-Alexandre Gosset de Guines. Er war ein berühmter französischer Karikaturist zur Zeit der Pariser Kommune und der Dritten Republik. Sein Stil ist sofort erkennbar: Auf den Titelseiten von Zeitungen wie L’Éclipse zeigen seine leuchtend bunten Karikaturen Politiker mit riesigen Köpfen auf winzigen Körpern in eindrucksvollen allegorischen Szenarien.